Kurz gesagt
- Meta (Instagram, Facebook, Threads) zeigt „AI info“, TikTok ein Label „AI-generated“, LinkedIn ein Cr-Symbol, meist ausgelöst durch C2PA- oder IPTC-Metadaten des KI-Tools oder durch Ihre eigene Angabe.
- Diese Labels existieren nur in der App, nicht in Ihrem Bild: Metadaten gehen leicht verloren (ein Screenshot genügt), und das Label bleibt zurück, wenn das Bild heruntergeladen oder weitergeteilt wird.
- Der EU-Verhaltenskodex verlangt eine Kennzeichnung, die in den Inhalt eingebettet und beim ersten Kontakt sichtbar ist. Sein Beispiel, oben rechts, liegt laut Layout-Leitfäden Dritter abseits der meisten App-Overlays.
- Halten Sie das Icon bei 9:16-Stories, -Reels und -TikToks unterhalb der oberen App-Leiste (etwa 14 % der Höhe) und weg von den Schaltflächen rechts.
- Nutzen Sie beides: Fügen Sie das EU-Icon mit dem Tool KI-Kennzeichnung für Bilder ins Bild ein, schalten Sie zusätzlich das KI-Label der Plattform ein, sagen Sie es in der Bildunterschrift und behalten Sie das IPTC-Tag.
Instagram, Facebook und Threads: „AI info“
Im Februar 2024 kündigte Meta an, KI-Bilder auf Facebook, Instagram und Threads zu kennzeichnen, indem es die Signale liest, die KI-Tools in ihre Dateien schreiben: C2PA-Content-Credentials und IPTC-Metadaten. Ab April 2024 lautete das Label „Made with AI“. Am 1. Juli 2024 benannte Meta es in „AI info“ um, nachdem leicht retuschierte Fotos als mit KI erstellt markiert worden waren. Wir nennen die Labels hier mit ihren englischen Namen; in der deutschen App kann der Wortlaut abweichen.
Seit September 2024 behalten Inhalte, die Meta als KI-generiert erkennt, „AI info“ direkt am Beitrag, mit der Angabe, ob das Label auf Branchensignalen oder auf der Angabe der postenden Person beruht. Inhalte, die nur mit KI-Tools bearbeitet wurden, bekommen das Label stattdessen im Menü des Beitrags. Meta beschreibt dieses System weiterhin in einem Beitrag, der am 1. Juni 2026 aktualisiert wurde. Auf Instagram steht das Label unter Ihrem Nutzernamen, über dem Bild, nicht darauf (TechCrunch, 2024).
Selbst hinzufügen: Meta lässt Sie KI beim Posten offenlegen: Suchen Sie beim Teilen nach der Option für das KI-Label. Bei fotorealistischen Videos und realistisch klingendem Audio ist die Offenlegung Pflicht, und Meta behält sich nach eigenen Angaben Sanktionen vor, wenn sie fehlt.
TikTok: das Label „AI-generated“
Am 9. Mai 2024 erklärte TikTok, als erste Video-Sharing-Plattform C2PA-Content-Credentials zu nutzen: Es kennzeichnet KI-Inhalte, die anderswo erstellt und hochgeladen werden, wenn die Datei sie trägt. Im November 2025 gab TikTok bekannt, ein unsichtbares Wasserzeichen zu testen, das nur TikTok lesen kann, und dass seine Kennzeichnung mehr als 1,3 Milliarden Videos erfasst habe.
TikTok verlangt, dass Sie realistische KI-generierte Inhalte beim Posten selbst kennzeichnen. Nicht gekennzeichnete realistische KI-Inhalte können entfernt, eingeschränkt oder von TikTok gekennzeichnet werden, und Creator können die automatisch gesetzten Labels nicht entfernen. TikTok warnt auch, dass Labels verloren gehen können, wenn Inhalte anderswo neu hochgeladen oder bearbeitet werden. Leitfäden Dritter verorten das Label unten links, unter Ihrem Nutzernamen.
LinkedIn und YouTube: Content Credentials und Offenlegung
LinkedIn zeigt oben links auf Bildern und Videos mit signierten C2PA-Content-Credentials ein kleines Cr-Symbol. Ein Klick darauf zeigt, ob KI den Inhalt erzeugt oder bearbeitet hat, mit App, Unterzeichner und Datum. LinkedIn sagt, dass es noch nicht alle KI-Inhalte kennzeichnen kann. Unser Tool lässt die Content Credentials des Originals weg (ihre Signatur passt nicht mehr zu einem veränderten Bild), daher zeigt eine gekennzeichnete Kopie kein Cr-Symbol: Das EU-Icon informiert stattdessen.
YouTube verlangt von Creatorn, realistische Inhalte offenzulegen, die maßgeblich verändert oder synthetisch sind, und zwar beim Hochladen in YouTube Studio: eine echte Person, die etwas sagt, das sie nie gesagt hat, oder eine realistische Szene, die nie stattgefunden hat. Unrealistische Inhalte und Beauty-Filter sind ausgenommen. YouTube kann Inhalte auch selbst kennzeichnen: wenn sie C2PA tragen, aus YouTubes KI-Tools stammen oder von seinen Systemen erkannt werden. Sein eigenes Label „Mit einer Kamera aufgenommen“ (englisch „Captured with a camera“), eingeführt im Oktober 2024, sagt das Gegenteil: Das Video trägt C2PA-Nachweise ab Version 2.1 aus der Kamera.
Pinterest und X
Pinterest zeigt seit dem 30. April 2025 das Label „AI modified“ (in der deutschen Hilfe „KI-modifiziert“). Es stützt sich auf IPTC-Metadaten, eigene Klassifikatoren und Ihre Angabe.
X: Aus den Hilfeseiten von X konnten wir nicht bestätigen, wie X KI-Bilder kennzeichnet. Presseberichte und ein Blogtest von 2026 beschreiben ein Label „Made with AI“, das Sie selbst setzen. X entfernt beim Hochladen die EXIF-Metadaten eines Fotos, so der Plattformvergleich von Lumethic (aktualisiert am 13. August 2026). Verlassen Sie sich auf X nur auf das Bild und den Text Ihres Beitrags.
Warum das KI-Label einer Plattform nicht das EU-Icon ist
Das EU-Icon in Ihrem Bild
- Teil des Bildes: auf den ersten Blick zu sehen, ohne Klick
- Übersteht Screenshots, Downloads und Weiterteilen, es sei denn, jemand schneidet es weg
- Dasselbe Zeichen in jeder App und auf jeder Website
- Von Ihnen platziert, in der Ecke Ihrer Wahl
Das KI-Label einer Plattform
- Von der App um das Bild herum eingeblendet, manchmal in einem Menü
- Oft durch Metadaten ausgelöst, die ein Screenshot oder Export entfernt
- Bleibt zurück, wenn das Bild heruntergeladen oder anderswo gepostet wird
- In jeder App mit anderem Namen und Aussehen
Plattformen lesen Metadaten beim Hochladen und verwerfen sie danach oft: Meta liefert Dateien laut Lumethic weder mit C2PA- noch mit IPTC-Daten aus. Die Icon-Seite der Kommission sagt, dass das Icon sichtbar bleiben muss, wenn Inhalte weitergeteilt oder heruntergeladen werden; unser Ratgeber KI-Bilder erkennen erklärt, warum Metadaten so leicht verloren gehen.
Für Deepfakes, die beruflich veröffentlicht werden, verlangt Artikel 50 der KI-Verordnung einen Hinweis, der spätestens beim ersten Kontakt klar und eindeutig ist. Der Verhaltenskodex verlangt eine Kennzeichnung, die in den Inhalt eingebettet, ohne Klick zu sehen und frei von anderen Overlays ist. Die Leitlinien der Kommission ergänzen, dass die maschinenlesbaren Metadaten des KI-Tools die Pflicht der veröffentlichenden Person nicht erfüllen (Rn. 117) und dass ein in Menüs versteckter Hinweis leicht übersehen werden kann (Rn. 142).
Teilweise. Wo sehr große Plattformen Kennzeichnungs-Tools anbieten, können sich beruflich Handelnde auf dieser Plattform darauf stützen (Leitlinien, Rn. 126), bleiben aber verantwortlich. Der Kodex ermutigt sehr große Plattformen, das EU-Icon beim Hochladen anzubieten; bis Mitte Oktober 2026 haben wir keinen Bericht gefunden, dass eine das tut. Nicht jedes KI-Bild braucht eine Kennzeichnung: siehe unsere Ratgeber KI-Kennzeichnungspflicht und Deepfake-Kennzeichnungspflicht.
Welche Ecke auf welcher Plattform frei bleibt
Jede App legt Namen, Schaltflächen und Badges über das Bild. Die obere rechte Ecke, das Beispiel des Verhaltenskodex, bleibt von den meisten frei. Die Zahlen sind Näherungswerte aus Leitfäden Dritter, die nicht immer übereinstimmen (geprüft im Oktober 2026), und Apps ändern ihre Layouts.
| Plattform und Format | Was die App auf oder neben das Bild legt | Freieste Ecke |
|---|---|---|
| Instagram-Feed | „AI info“ unter Ihrem Nutzernamen, über dem Bild; Symbol „Personen markieren“ unten links; Karussell-Anzeige oben rechts auf der ersten Folie | Oben rechts; auf der ersten Folie eines Karussells oben links oder weiter innen |
| Instagram Stories und Reels, Facebook Stories (9:16) | Profilbild und Name in einer oberen Leiste von etwa 14 % der Höhe (etwa 250–270 px von 1920); Bildunterschriften und Antworten unten, bei Reels am tiefsten; Reels-Schaltflächen rechts, in der unteren Hälfte | Oben rechts, unterhalb der oberen Leiste, etwa 6 % vom Rand |
| TikTok (Videos und Fotos) | Eine obere Leiste von etwa 108–150 px; Nutzername, Bildunterschrift und das Label „AI-generated“ unten links; Schaltflächen von etwa 100–140 px Breite rechts, ab etwa halber Höhe | Oben rechts, unterhalb der oberen Leiste |
| LinkedIn-Feed | Das Cr-Symbol oben links, wenn das Bild Content Credentials trägt | Oben rechts |
| X-Feed | Das ALT-Badge für Bildbeschreibungen, unten links | Oben rechts |
Das Tool KI-Kennzeichnung für Bilder setzt das Icon standardmäßig oben rechts, und seine Option Abstand zu App-Buttons im Hochformat hält Labels in den Ecken auf 9:16-Bildern unterhalb der oberen 14 %, oberhalb der unteren 22 % und 6 % vom seitlichen Rand entfernt (ebenfalls Näherungswerte).
Laut einem Leitfaden eines Drittanbieters beschneidet Instagrams Profilraster Vorschaubilder inzwischen auf 3:4; ältere Leitfäden beschreiben ein quadratisches Raster, die Quellen widersprechen sich also. Bei 3:4 verliert ein quadratisches Bild etwa 12,5 % an jeder Seite, genug, um ein Eck-Icon im Raster abzuschneiden; ein 4:5-Bild verliert etwa 3 %. Posten Sie sicherheitshalber im Format 4:5, oder setzen Sie bei quadratischen Bildern den Randabstand auf 13 % oder mehr.
Checkliste, bevor Sie ein KI-Bild posten
- Das Bild selbst kennzeichnen
Fügen Sie das EU-Icon fest ins Bild ein: AI GENERATED für ein ganz mit KI erstelltes Bild, AI MODIFIED für ein echtes Foto, das mit KI verändert wurde (siehe den Ratgeber KI-Kennzeichnung EU-Icons). Machen Sie es so groß, dass man es auf dem Smartphone lesen kann.
- Eine freie Ecke wählen
Oben rechts, es sei denn, die Plattform blendet dort etwas ein. Bei 9:16-Bildern unterhalb der oberen App-Leiste bleiben.
- Auch das KI-Label der Plattform nutzen
Wo die App eines anbietet (Metas Apps, TikTok, YouTube), schalten Sie es beim Posten ein, denn die Regeln der Plattform können es für realistische Inhalte verlangen.
- Es in Worten sagen
Beginnen Sie die Bildunterschrift mit „Mit KI generiertes Bild“ oder „Mit KI bearbeitetes Foto“ und den Alt-Text, wo die App einen anbietet, mit „KI-generiertes Bild:“.
- Das IPTC-Tag behalten
Lassen Sie „Maschinenlesbares KI-Tag hinzufügen“ eingeschaltet: Meta, Pinterest und die Google Suche lesen den IPTC Digital Source Type, den es schreibt. Laden Sie die gekennzeichnete Datei hoch, keinen Screenshot. Das Tag ergänzt die sichtbare Kennzeichnung, es ersetzt sie nicht (Leitlinien, Rn. 117).
Offizielle Texte und Seiten der Plattformen
Quellen
EU-Icons für die Kennzeichnung von KI-generierten InhaltenEuropäische Kommission: die drei Icons und ihre Verwendung (aktualisiert am 13. Oktober 2026)
Verhaltenskodex für die Transparenz von KI-generierten Inhalten (PDF)Auf Englisch; endgültig, 10. Juni 2026: Abschnitt 2 (Kennzeichnung) und Anhang 1 (die Icons)
Leitlinien zu Artikel 50 der KI-Verordnung (PDF)Auf Englisch; 20. Juli 2026: Rn. 117, 126 und 142
KI-Verordnung, Artikel 50AI Act Service Desk: gilt seit dem 2. August 2026
- Meta: Labeling AI-generated images on Facebook, Instagram and Threads6. Februar 2024: C2PA- und IPTC-Signale
- Meta: Our approach to labeling AI-generated content and manipulated mediaApril 2024, aktualisiert im Juli und September 2024
- TikTok: More ways to spot, shape and understand AI-generated contentNovember 2025
- LinkedIn-Hilfe: Content CredentialsDas Cr-Symbol
- YouTube-Hilfe: Offenlegung der Verwendung von Inhalten, die mit generativer KI erstellt wurdenOffenlegung durch Creator und automatische Labels
- YouTube-Hilfe: „Mit einer Kamera aufgenommen“Videos mit C2PA-Nachweisen aus der Kamera
- Pinterest-Hilfe: GenAI-Labels„KI-modifiziert“ (englisch „AI modified“), seit dem 30. April 2025
